Rundschreiben April 2005

Gesellschaft für Frankfurter Geschichte mit neuem Vorstand

Reinhart Bartholomäi und Dieter Rebentisch nach neun Jahren verabschiedet

Für die Gesellschaft für Frankfurter Geschichte e.V., gegr. 1837, die seit Jahrzehnten in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadtgeschichte (früher: Frankfurter Stadtarchiv) wissenschaftliche Forschung und Informationen zur Frankfurter Geschichte fördert, ist jetzt eine Ära zu Ende gegangen: der Vorsitzende Reinhart Bartholomäi, Staatssekretär a.D., und Geschäftsführer Prof. Dr. Dieter Rebentisch, beide seit neun Jahren im Amt, traten bei den turnusgemäßen Wahlen nicht wieder an.

„Nach meinem Ausscheiden aus dem Berufsleben halte ich mich vor allem an meinem Wohnort Wiesbaden auf, da fehlt für so ein Ehrenamt die enge Verbindung zu Frankfurt am Main“, begründete Bartholomäi seinen Schritt. „Außerdem sollen mal jüngere mit neuen Ideen ran!“

Auch für Dieter Rebentisch ist der Rückzug aus der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte nur konsequent: „Diese Gesellschaft muss eng mit dem Institut für Stadtgeschichte zusammen arbeiten, beide profitieren davon!“ betont Rebentisch, der bis September 2003 Leiter des Instituts war. Seine Nachfolgerin im Amt, Dr. Evelyn Brockhoff (49), übernahm nun auch seinen Posten als Geschäftsführerin in der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte.

Als Vorsitzende wurde die ehemalige Frankfurter Rechts- und Sportdezernentin Sylvia Schenk einstimmig von der Mitgliederversammlung gewählt. Die 53-jährige Rechtsanwältin hatte sich in ihrer Amtszeit insbesondere für die Sportgeschichte eingesetzt, mit dem „Frankfurter Sportmuseum“ zahlreiche Ausstellungen initiiert und dabei mit dem Institut für Stadtgeschichte sowie dem historischen Museum kooperiert. Seit jener Zeit resultiert ihre Verbindung zur Gesellschaft für Frankfurter Geschichte, deren Vorstand sie in den vergangenen Jahren bereits angehörte. Als Schatzmeister wurde der Historiker Lutz Becht (56) in seinem Amt bestätigt.

Beisitzer im Vorstand sind nunmehr Dr. Bernd Heidenreich, Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung; Rechtsanwalt Dr. Hans Jürgen Hellwig, bis 2004 Präsident der Polytechnischen Gesellschaft; Rechtsanwalt Dr. Thomas Rautenberg, von 1989 bis 2001 Beigeordneter des Umlandverbandes Frankfurt, sowie Rudi Sölch, Stadtkämmerer a.D. und langjähriger Verwaltungschef des ZDF.

Schenk dankte Bartholomäi und Rebentisch für ihren jahrelangen Einsatz. Beide wurden mit lang anhaltendem Beifall verabschiedet. Groß war der Applaus auch für Prof. Dr. Wolfgang Klötzer und Dr. Frolinde Balser, die von der Mitgliederversammlung als Ehrenmitglieder bestätigt wurden.

Klötzer prägte als langjähriger Leiter des Frankfurter Stadtarchivs ganz entscheidend die Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte und verhalf in dieser Zeit der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte zu einem erheblichen Mitgliederzuwachs. Balser hat neben ihrer beruflichen und politischen Tätigkeit (u. a. erste Stadtverordnetenvorsteherin in Frankfurt am Main und Mitglied des Bundestages) zahlreiche Vorträge und Veröffentlichungen zur Frankfurter Stadtgeschichte verfasst und sich beispielhaft für den historischen Blick auf die Stadtentwicklung eingesetzt.

In der Zukunft will die Gesellschaft für Frankfurter Geschichte sich neben Vortragsreihen, historischen Ausflügen und Veröffentlichungen u. a. um Verbindungen zur Geschichte der Region und um Kinder und Jugendliche als Zielgruppe kümmern.

„Geschichte trägt wesentlich zur Identifikation mit Stadt und Region bei, wir können außerdem für die Gegenwart daraus lernen und nur aus einer soliden historischen Kenntnis heraus die Zukunft gewinnen!“ sagte die neue Vorsitzende. „Leider spielt die Beschäftigung mit Geschichte aber für viele gerade jüngere Menschen eine zu geringe Rolle. Hinzu kommt, dass viele Menschen neu nach Frankfurt ziehen und einen großen Nachholbedarf in städtischer Geschichte haben.“ Deshalb sei es umso wichtiger, in der heutigen Zeit auch mit stärkerer Öffentlichkeitsarbeit über die Frankfurter Stadtgeschichte und ihre Bezüge zur Gegenwart zu informieren.

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