Rundschreiben September 2006

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

wussten Sie, dass im 13./14. Jahrhundert in Frankfurt ein Säumiger vor Gericht dem Schultheiß ein Viertel Wein zahlen musste? Schöne Zeiten waren das - heutige Versäumnisurteile erscheinen dagegen doch reichlich trocken. Zumindest hat der Richter nichts davon.

Diese Erkenntnis aus der Frankfurter Rechtsgeschichte habe ich dem Aufsatz „Gerichtsverfassung und Zivilprozess in Frankfurt am Main im Spätmittelalter“ entnommen, den mir der Verfasser, Dr. Reinhard Schartl, vor kurzem zugesandt hat. So freue ich mich als Vorsitzende unserer Gesellschaft mit Material versorgt zu werden, das mir Informationen zur Frankfurter Geschichte vermittelt. In den kommenden Monaten haben wir auch für unsere Mitglieder und weitere Interessierte wieder viele Informationsmöglichkeiten vorbereitet: unsere Vortragsreihe zur Musikgeschichte beginnt und die Führungen durch Sakralbauten geben Gelegenheit, sich mit sehr unterschiedlichen Gebäuden dieser Zweckbestimmung, damit zugleich auch mit Glaubensinhalten, auseinanderzusetzen. Das aktuelle Programm finden Sie in diesem Mitgliederrundschreiben.

Im Herbst diesen Jahres steht in Frankfurt aber vor allem das Jubiläum der Goldenen Bulle im Zentrum: „Die Kaisermacher“ heißt die große Ausstellung von gleich vier städtischen Institutionen, Institut für Stadtgeschichte, Historisches Museum, Jüdisches Museum, Dommuseum, im Rahmenprogramm gibt es eine Vielzahl von Veranstaltungen. Nachdem wir gerade die Fußball-WM als Ausnahmezustand erlebt haben, stürzen wir uns also in die Frankfurter Stadtgeschichte und sehen, was in früheren Jahrhunderten als Großereignis in dieser Stadt begangen wurde.

Geschichtsinteressierte kommen auf jeden Fall auf ihre Kosten – ich wünsche Ihnen viel Spaß bei diesem großen Angebot und freue mich, vielen von Ihnen zu begegnen.

Was wann und wo an Führungen, Vorträgen und Workshops stattfindet, erfahren Sie durch ein ausführliches Programm, das wir Ihnen noch zusenden. Vorab können Sie sich schon mal im Internet unter  www.kaisermacher.de informieren. Und wenn Sie nicht alle angebotenen Veranstaltungen besuchen können, dann erfreuen Sie sich an den Artikeln der Museumshops, die eigens für die Kaisermacher-Ausstellungen kreiert wurden.

Wie wäre es mit einer Replik der Goldenen Bulle für € 25,00? Oder überraschen Sie Ihre Skatrunde mit einem Kartenspiel „Das Alte Reich“. Die Enkel werden am zweisprachigen Kinderkatalog für € 5,00 Spaß haben, zumal sie gleich ihre Englischkenntnisse überprüfen können. Wenn Sie abends müde von all den Ausstellungen und Vorträgen in Ihren Sessel sinken, dann hören Sie sich zur Entspannung das Krönungskonzert an (€ 19,80) oder basteln Sie sich selbst eine Kaiserkrone – das hebt das Selbstbewusstsein.

Es gibt so viele schöne und einmalige Sachen, zum Verschenken und selbst behalten. Schauen Sie sich in den Museumsshops um – Sie werden staunen.
Und wenn Sie Gefallen an dem Aufsatzband „Die Kaisermacher“ gefunden haben, dann haben wir eine angenehme Mitteilung für Sie. Lesen Sie einfach weiter ...

Endlich! Der Jahresband ist da!

Was lange währt, wird endlich gut. Treffender kann man es kaum beschreiben – und vor allem: unser Jahresband ist wirklich gut! Besser ist nur noch, dass Sie ihn als Mitglied kostenlos erhalten:

  • „Die Kaisermacher – Frankfurt am Main und die Goldene Bulle 1356-1806, Aufsätze“
    herausgegeben von Evelyn Brockhoff und Michael Matthäus, Frankfurt am Main 2006

Der Jahresband liegt ab dem 29. September 2006 an der Pforte des Instituts für Stadtgeschichte, Münzgasse 9, für Sie bereit. Sie brauchen nur den beiliegenden roten Gutschein abzugeben, den Sie unbedingt mitbringen müssen. Ohne den Gutschein geht es leider nicht. Während der Kaisermacher-Ausstellung werden Mitarbeiter an der Kasse sein, die Sie nicht kennen. Um Staus an der Pforte, Ärger und unnötige Rückfragen zu vermeiden, ist es der bequemste Weg, wenn Sie die Karte gleich mit dabei haben.

Bitte beachten Sie auch, dass der Gutschein nur für den Aufsatzband gilt. Den gleichzeitig erscheinenden Katalogband können Sie für € 35,00 an den Kassen aller an der Ausstellung beteiligten Institute erwerben.

Wie Sie sicher schon am Titelsatz unseres neuen Bandes bemerkt haben, erscheint dieser Band außerhalb unserer Reihe „Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst“. Das hat rein verlegerische Gründe. Das nächste „Archiv“ erscheint im Herbst nächsten Jahres und wird der Frankfurter Musikgeschichte gewidmet sein.

Unsere Veranstaltungen im Winter

Unser  Vortragsprogramm im Winterhalbjahr 2006/2007 steht wieder ganz im Zeichen des Notenschlüssels.

  • Evelyn Johannsen, Dozentin für Klavier am Dr. Hoch’schen Konservatorium, stellt uns am 26. Oktober 2006 die Musikerin und Komponistin Clara Schumann vor.
     
  • Oliver Marc Piëcha wird uns am 23. November 2006 das Schumann-Theater wieder erstehen lassen und mit uns durch die Unterhaltungskultur der Frankfurter roaring twenties führen.
     
  • Wissen Sie eigentlich was alles so passiert, lange bevor die Musiker auf der Bühne stehen? Fritz Rau, Konzertmanager und die „Legende unter den Kartenverkäufern“, erzählt es Ihnen am 14. Dezember 2006.

Bitte beachten Sie: Wegen der Kaisermacher-Ausstellung in unserem Refektorium können unsere Vorträge bis einschließlich Dezember erst um 19.00 h beginnen.

Ab Januar 2007 greifen die Sanierungsarbeiten am Karmeliterkloster auch auf das Dormitorium über. Wir müssen deshalb unsere Vortragsveranstaltungen in das Kirchenschiff des Archäologischen Museums verlegen.
Bitte beachten Sie, dass Sie unsere Vortragsveranstaltungen dann nur über den Eingang Karmelitergasse 1 erreichen können. Ab Januar 2007 beginnen unsere Vorträge dann wieder wie gewohnt um 18.00 h.

Wir haben die folgenden Themen vorgesehen:

  • Schon kurz nach dem Kriegsende 1945 lebte das Opern- und Konzertleben zwischen den Trümmern Frankfurts wieder auf. Unter welchen Umständen, darüber referiert Eva Zander am 18. Januar 2007.
     
  • Erinnern Sie sich noch an den Frankfurter Wecker? Oder an die Ur-Sendungen des Blauen Bocks? … an die Steinzeit der Quizsendungen mit „Kuli“? Dann erinnern Sie sich auch an Willy Berking, dem gewichtigen Dirigenten aus Preungesheim mit seinem HR-Tanzorchester. Dr. Andreas Bomba wird uns am 22. Februar 2007 bei weiteren Erinnerungen behilflich sein.
     
  • Im März werden wir etwas über die Musikbibliothek von Paul Hirsch erfahren und im April befassen wir uns mit Frankfurt in der Musik. Näheres dazu teilen wir Ihnen rechtzeitig mit.

Moderne Sakralbauten in Frankfurt am Main

Wie schon im letzten Rundschreiben erwähnt, werden wir die Führungen moderner Kirchen im Herbst fortsetzen. Weil wir aber nicht nur Kirchen vorstellen wollen, haben wir die Reihe in  „Moderne Sakralbauten in Frankfurt am Main“ umbenannt.

Auf dem Programm stehen sehr interessante Objekte, wie

  • die Gustav-Adolf-Kirche in Niederursel am 7. Oktober 2006
     
  • die Frauenfriedenskirche in Bockenheim am 11. November 2006
     
  • am 9. Dezember 2006 eine Moschee ohne Kuppel und Minarett
     
  • die Epiphaniaskirche im Nordend am 20. Januar 2007
     
  • die Allerheiligenkirche im Ostend am 24. Februar 2007
     
  • Sankt Ignatius im Westend am 24. März 2007

Eine Führung in der Westendsynagoge haben wir für den April 2007 vorgesehen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei unseren Veranstaltungen
Sylvia Schenk, Evelyn Brockhoff und Lutz Becht

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