Rundschreiben September 2007

Liebe Mitglieder, liebe Freunde,

der Vorstand der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte e.V. war auch in den Sommerferien aktiv und kann in diesem Mitglieder-Rundschreiben wieder mit einigen Informationen aufwarten:

Sie finden in der Beilage das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 3. Mai 2007, diesmal besonders umfangreich, da wir unsere Satzung geändert haben. Die Eintragung der Satzung beim Vereinsregister wird in den kommenden Monaten erfolgen, an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Vorstandsmitglied Prof. Hans-Jürgen Hellwig, der sowohl die Vorbereitung als auch jetzt die Abwicklung der Satzungsänderung übernommen hat!

Eine große Auszeichnung erhielt unser Vorstandsmitglied Günter Moos, seit langer Zeit im Ausflugsausschuss, aber auch sonst für die Frankfurter Geschichte, aktiv: die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt wurde Günter Moos am 5. Juli 2007 auf Vorschlag unserer Gesellschaft vom Kulturdezernenten Stadtrat Prof. Felix Semmelroth im Porzellan-Museum Höchst überreicht. Wir danken auch auf diesem Wege noch einmal herzlich für das jahrelange Engagement von Günter Moos und seiner Familie und fühlen uns mit ihm geehrt!

Die Frankfurter Neue Presse hat in den Sommermonaten eine Serie über Frankfurter Geschichtsvereine veröffentlicht, die in anschaulicher Weise auf die wichtige Basisarbeit in den Stadtteilen verweist. Auch unsere Gesellschaft wurde vorgestellt, Dr. Evelyn Brockhoff ist darüber hinaus in der Jury des Projektes „Stadtteilhistoriker“ aktiv, das die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main mit der Neuen Presse als Medienpartner durchführt. Diese Aktionen zeigen das steigende Interesse an Stadtgeschichte und vor allem an den Menschen, die sich für sie einsetzen.

Das wichtigste ist natürlich unsere Vortragsreihe im Winterhalbjahr 2007/2008:

Unter dem Leitthema „Frankfurt in Bewegung“ beschäftigen wir uns diesmal mit der Frankfurter Sportgeschichte. Dabei geht es keineswegs um Ergebnisse, also wer wann welches Rennen oder welches Fußball-Match gewonnen hat, sondern um die Rolle, die der Sport in der Entwicklung unserer Stadt insbesondere in den vergangenen rund 150 Jahren gespielt hat und heute noch spielt. Wichtige Phasen der Sozialgeschichte spiegeln sich im Sportgeschehen wieder, in der Vereinskultur genauso wie im Entstehen neuer Sportarten und Wettkampfformen. Sport ist Teil des Alltags vieler Menschen und prägt zugleich mit Veranstaltungen in hohem Maße die Festkultur einer Stadt. 2008 finden die Olympischen Sommerspiele in Peking statt, im Jahr darauf ist Frankfurt Gastgeber für das Internationale Deutsche Turnfest, zu dem rund 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden. Grund genug also, sich mit der Faszination des Sports auseinanderzusetzen, zu beleuchten, warum er die Menschen in seinen Bann zieht, aber auch die Schattenseiten näher zu betrachten. Frankfurt hat eine lange Tradition als Pionier in der Sportentwicklung in Deutschland und als Sitz der bedeutendsten Sportorganisationen. Deshalb soll die Vortagsreihe auch in Kooperation mit Partnern aus den Medien und den Sportorganisationen durchgeführt werden, um so die Chance zu nutzen, neue Interessentenkreise für unsere Arbeit zu gewinnen.

Besonders freuen wir uns, dass Frau Stadträtin Prof. Dr. Daniela Birkenfeld die Schirmherrschaft über unsere Vortragsreihe übernommen hat.

Einen neuen Ort werden wir auf jeden Fall kennen lernen: Da das Karmeliterkloster auch im kommenden Winter noch saniert wird, ziehen wir mit den Vorträgen in das neue Gebäude der Frankfurter Stadtbücherei in der Hasengasse 4 (ehemals Frankfurter Sparkasse). Wir danken Dr. Sabine Homilius, der Leiterin der Stadtbücherei, dass sie uns als Gast aufnimmt, und freuen uns auf die mit ihr geplante Zusammenarbeit.

Unsere Führungen zu interessanten Sakralbauten werden wir auch im kommenden Winterhalbjahr fortsetzen und auf das Rhein-Main-Gebiet erweitern. Die näheren Informationen können Sie dem beigefügten Programm entnehmen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme.

Die Einladungen für unsere Veranstaltungen erhalten Sie mit gesonderter Post.

Für alle, die am 30. Juni 2007 wegen des Iron Man am Stadtspaziergang Sachsenhausen – Frankfurts heimliche Keimzelle nicht teilnehmen konnten, haben wir eine gute Nachricht. Björn Wissenbach hat sich bereit erklärt, den Spaziergang am 24. November 2007, 14 Uhr zu wiederholen – von einem Treffpunkt aus, der nicht verbaut werden kann. Die näheren Informationen versenden wir rechtzeitig.

Buchtipp

Vor zehn Jahren dachten die Höchster die Welt geht unter. Die Farbwerke wurden scheibchenweise verkauft und Infraserv Höchst, Betreiber des Industrieparks Höchst, trat auf den Plan. Seither hat sich dieser Standort, hat sich das Gesicht der industriellen Landschaft im Westen von Frankfurt am Main, im Fadenkreuz zwischen Höchst und Sindlingen, zwischen Zeilsheim und dem Weltflughafen Rhein-Main, gewandelt wie kaum je seit den Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Industriepark Höchst wird eine neue Erfolgsgeschichte geschrieben. Die Tradition der Stadt Höchst als ein weltweit bekannter Standort der chemischen Industrie reicht bis zum Beginn der Industrialisierung in Deutschland zurück. 1863 wurde mit dem Bau der Farbenfabrik von Meister, Lucius & Co. auch der Grundstein für den heutigen Industriepark Höchst gelegt. Damals begann in Forschung, Entwicklung und Produktion eine überaus erfolgreiche Tätigkeit, die den Standort Höchst weltweit zum Begriff für innovative Produkte der Chemie und Pharmazie werden ließ. Der Verlag Waldemar Kramer hat nun einen Bildband vorgelegt, der die Entwicklung der „Rotfabrik“, wie sie im Volksmund genannt wurde, die Tätigkeit ihrer Mitarbeiter und den Weg vom Stammwerk der Hoechst AG zum Industriepark Höchst, der damit auf eine lange, von großen Erfolgen geprägte Tradition zurückschaut, nachzeichnet – ein modernes und innovatives Erfolgsmodell in der Industrielandschaft Deutschlands.
Wolfgang Metternich, Ideenfabrik. Von den Farbwerken zum Industriepark Höchst, Verlag Waldemar Kramer Frankfurt am Main 2007, 144 Seiten, € 24,80 ISBN 978 3 7829 0576 3

Veranstaltungstipps

Bis zum 11. November 2007 können Sie im Kurfürstlichen Schloss in Mainz die Sonderausstellung des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Im Schutz des Limes sehen. Die Ausstellung geht auf die Entstehung einer gemeinsamen Kultur in den Nordprovinzen des Römischen Reiches von Britannien bis zum Schwarzen Meer ein. Die Ausstellung ist geöffnet von Dienstag bis Sonntag, 10 – 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Webseite www.rgzm.de.

Was haben „Schneewittchensarg“, Parsifaltaube, Bubblechair gemeinsam? Selbst wenn Sie es wissen sollten, schauen Sie sich unbedingt die Ausstellung Plexiglas im Museum Künstlerkolonie auf der Darmstädter Mathildenhöhe (Alexandraweg 26) an: Architektur-, Industrie-, Design- und Sozialgeschichte kompakt. Die Ausstellung hat von dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet und ist noch bis zum 6. Januar 2008 zu sehen.

Wir hoffen, möglichst viele von Ihnen in den kommenden Monaten bei unseren Veranstaltungen zu treffen!

Bis dahin herzliche Grüße

Sylvia Schenk, Evelyn Brockhoff und Lutz Becht

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